Formen von Autismus

Frühkindlichen Autismus

Der frühkindliche Autismus ist den tiefgreifenden Entwicklungsstörungen zugeordnet und durch folgende diagnostische Kriterien beschrieben:

  • Beginn vor dem dritten Lebensjahr
  • Beeinträchtigung der sozialen Interaktion
    Beeinträchtigung nonverbaler Verhaltensweisen wie Blickkontakt, Gesichtsausdruck, Körperhaltung und Gestik zur Steuerung sozialer Interaktionen Unfähigkeit, entwicklungsgemäße Beziehungen zu Gleichaltrigen aufzubauen, Mangel, spontan Freude, Interessen oder Erfolge mit anderen zu teilen Mangel an sozio-emotionaler Gegenseitigkeit
  • Beeinträchtigungen der Kommunikation
    verzögertes Einsetzen oder Ausbleiben gesprochener Sprache,Unfähigkeit ein Gespräch zu beginnen oder fortzuführen, stereotyper oder repetitiver Gebrauch der Sprache, Fehlen von Rollenspielen oder sozialen Imitationsspielen
  • Beschränkte, repetitive und stereotype Verhaltensweisen
    umfassende Beschäftigung mit stereotypen und begrenzten Interessen,wobei Inhalt und Intensität abnorm sind,auffällig starres Festhalten an bestimmten nichtfunktionalen Gewohnheiten oder Ritualen, stereotype und repetitive motorische Manierismen (z. B. Biegen oder schnelle Bewegungen von Händen oder Fingern oder komplexe Bewegungen des ganzen Körpers), ständige Beschäftigung mit Teilen von Objekten.

Aperger-Syndrom

Das Asperger-Syndrom gilt als leichte Form des Autismus und manifestiert sich ab ca. dem dritten bis fünften Lebensjahr.

Wie auch für den Frühkindlichen Autismus kennzeichnend, liegen bei Menschen mit dem Asperger-Syndrom qualitative Abweichungen der wechselseitigen sozialen Interaktion sowie ein eingeschränktes, stereotypes und sich wiederholende Repertoire der Verhaltensmuster, Interessen und Aktivitäten vor.

Die Abgrenzung des Asperger-Syndroms ergibt sich in erster Linie dadurch, dass bei Aspergern oft keine Entwicklungsverzögerung in der Sprache oder bei kognitiven Fähigkeiten vorhanden ist. Hingegen sind in der psychomotorischen Entwicklung und der sozialen Interaktion Auffälligkeiten festzustellen.

Bei ihnen äußert sich das eingeschränkte Interesse zumeist durch „exzentrische Neigungen“ oder „sonderbare, intensive Fixierungen“. So entwickeln sie teilweise ein extremes Interesse für Zugfahrpläne, Dinosaurier beziehungsweise Rasenmäher oder untersuchen die Funktionen von Uhren, Fernsehapparaten etc. Betroffene neigen dazu, ihre Interessen über den Kontakt zu Gleichaltrigen zu stellen und bei Gesprächen ausschließlich über diese Themen zu dozieren.

 

Atypischer Autismus

Atypischer Autismus, auch psychogener Autismus oder frühkindlicher Autismus mit atypischem Erkrankungsalter oder Symptomatik genannt, unterscheidet sich vom frühkindlichen Autismus dadurch, dass Kinder nach dem dritten Lebensjahr erkranken (atypisches Erkrankungsalter) oder nicht alle Symptome aufweisen (atypische Symptomatik).

Autistische Kinder mit atypischem Erkrankungsalter zeigen bei den Symptomen das Vollbild des frühkindlichen Autismus, das sich bei ihnen aber erst nach dem dritten Lebensjahr manifestiert.

Autistische Kinder mit atypischer Symptomatik legen Auffälligkeiten an den Tag, die für den frühkindlichen Autismus typisch sind, jedoch die Diagnosekriterien des frühkindlichen Autismus nicht vollständig erfüllen. Dabei können sich die Symptome sowohl vor als auch nach dem dritten Lebensjahr manifestieren.

Hochfunktionaler Autismus

Treten alle Symptome des frühkindlichen Autismus zusammen mit normaler Intelligenz (einem IQ von mehr als 70) auf, so spricht man vom Hochfunktionalem Autismus. Diagnostisch wichtig ist hier insbesondere die verzögerte Sprachentwicklung. Gegenüber dem Asperger-Syndrom sind die motorischen Fähigkeiten meist deutlich besser.