Projekt Jugendtreff

„Ich bin ich – 1 x ich“

Raus aus dem Haus und mach was draus!“ - ein Gruppenangebot für Jugendliche ab 12 Jahren mit einer Autismus-Spektrum-Störung

Idee und Hintergrund

In unseren regelmäßigen Elterntreffen erfahren wir immer wieder, dass sich mit Beginn der Pubertät ca. ab dem zwölften Lebensjahr die Situation für Jugendliche mit einer Autismus-Spektrum-Störung besonders in der Schule und in der Freizeit dramatisch verschlechtert.

In dem Alter, in dem andere Jugendliche sogenannte Peer-Groups / Cliquen bilden und es darauf ankommt, möglichst cool und lässig rüberzukommen, werden Jugendliche mit Autismus häufig ausgegrenzt. Sie haben große Probleme mit Gleichaltrigen und werden oft zum Mobbingopfer, weil sie “anders“ sind, nonverbale Signale nicht verstehen, nur über ihre Spezialinteressen sprechen und sowieso Schwierigkeiten in der Kommunikation haben. Dies hat zur Folge, dass die meisten Jugendlichen mit Autismus sozial isoliert sind, sich zu Hause verkriechen und viele mit der Zeit depressiv werden.

Bei unseren regelmäßigen Familien-Veranstaltungen haben wir gesehen, wie begeistert sich die Jugendlichen mit Autismus zusammenfanden und Zeit miteinander verbrachten. Das brachte uns im vergangenen Jahr auf die Idee, einen Treffpunkt für Jugendliche mit Autismus zu schaffen.

Wir wandten uns an einen Sozialhilfeträger im Hamburger Norden und baten um Unterstützung. Nun stellt der Träger uns dauerhaft geeignete Räumlichkeiten in ihrer Einrichtung zur Verfügung.

Bei einer Informationsveranstaltung Juni 2014 war die Resonanz überwältigend! Endlich ein offenes Angebot, ohne dass eine Begutachtung und Bewilligung durch eine Behördeninstanz notwendig ist!

Das Konzept sieht die Betreuung der Jugendlichen durch zwei Autismus-erfahrene Sozialpädagogen vor.

Als Autismus Hamburg e.V. im Mai 2014 mit dem Hamburger Selbsthilfepreis des vdek (Verband der Ersatzkassen) ausgezeichnet wurde, beschloss der Vorstand, das Preisgeld (1.000,-€) als Anschubfinanzierung für den Jugendtreff zu verwenden.

Seitdem finden monatliche Treffen statt. Die Jugendlichen können es jedes Mal kaum erwarten, dort wieder zusammenzukommen. Die Räumlichkeiten bieten Abwechslung und eine sichere Umgebung. Unter Anleitung und Begleitung der beiden Sozialpädagogen findet in einer lockeren Atmosphäre ohne Zwang und Druck ein „fast normaler“ Jugendtreff statt.

Um den Jugendtreff dauerhaft zu sichern und die inzwischen zu groß gewordene Gruppe altersentsprechend zu teilen, sind wir dringend auf Spenden (zweckgebunden) angewiesen .

Hier kommen Sie zu Informationen über eine Spende für den Jugendtreff .

Autismus und Pubertät

Beitrag von Prof. Dr. Rödler, Uni Koblenz vom 20.11.04 im Rahmen der Tagung: "Krise ist immer auch Bewegung - Autismus im Brennpunkt"

Wissenschaftlicher Vortrag zu Autismus und Pubertät, von der Zielgruppe her eher auf mehrfachbeeinträchtigte Autisten gerichtet, teilweise jedoch auch für hochfunktionale Autisten und Asperger relevant.

Der erste Abschnitt beschäftigt sich mit dem Begriff der Krise, im zweiten Abschnitt beschreibt Dr. Rödler Autismus unter anderem als fehlenden Zusammenhang zwischen Wahrnehmung, Gefühlen, Körpersprache und Sprache und veranschaulicht seine Darlegung anhand von persönlichen Praxiserfahrungen.

In den Abschnitten drei und vier beschreibt Dr. Rödler die Pubertät im Allgemeinen und im Bezug auf Autisten.

Am Ende des Vortrages werden praktische Hinweise zum Umgang mit Autisten in der Pubertät gegeben.

http://www.uni-koblenz.de/~proedler/res/ktpub.pdf