AVT autismusspezifische Verhaltenstherapie

AVT autismusspezifische Verhaltenstherapie ist eine Methode zur Behandlung des frühkindlichen Autismus.

In wissenschaftlichen Fachzeitschriften sind zahlreiche Artikel über empirische Studien zum Thema AVT erschienen. Insbesondere neuere Studien belegen, dass durch hochintensive Frühförderung die Hälfte aller behandelten Kinder ein normales Funktionsniveau in Bezug auf Intelligenz und eine wesentliche Verbesserung des Sozialverhaltens und der Emotionalität erreichen.

Einige Studien werden jedoch dahingehend kritisiert, dass es keine Kontrollgruppen gibt, bzw. Teilnehmer nicht zufällig in die Kontrollgruppe verteilt wurden. Methodische Schwächen wie diese lassen nur eingeschränkt Rückschlüsse auf die Wirkung von AVT zu, müssen jedoch auch vor dem Hintergrund der Forschungen zur Wirksamkeit alternativer Ansätze gesehen werden.

Die Verfahrensweisen von AVT basieren im Wesentlichen auf Methoden des operanten Konditionierens:

  • Lernversuche und -erfolge sowie erwünschtes Verhalten werden unmittelbar verstärkt, wobei primäre Verstärker (z.B. Nahrungsmittel) und sekundäre Verstärker (z.B. Spielzeug oder Lob) eingesetzt werden.
  • Negatives Verhalten wird möglichst schon bevor es auftritt
    verhindert. Sollte das einmal nicht gelingen, wird es abgebaut, z. B.
    durch Ignorieren und Hinwendung zu erwünschtem Verhalten. (Im Gegensatz dazu wurde früher, in den Anfängen der ABA-Forschung, Fehlverhalten zunächst auch bestraft, weshalb das Verfahren von uninformierten Gegnern auch heute noch abgelehnt wird.)

Vor allem soll so eine Motivation zum Lernen erreicht werden. Die mit Hilfe von AVT entwickelte generalisierte Neigung zur Imitation des Verhaltens anderer stellt eine wichtige Grundlage für das weitere Lernen dar.

Persönliche Erfahrungen von Mitgliedern der Elterninitiative zeigen, dass die Kinder durchweg sehr viel Spaß in den Therapiestunden haben und die Therapie meist, auch aufgrund der intensiven Zuwendung in der 1:1-Situation, als fröhliches Spiel erleben.

AVT-Programme bieten das gemeinnützige Institut für Autismusforschung Breme (BET) sowie der kommerzielle Anbieter Knopse.